Pressestimmen 2018

Online Merker, die internationale Kulturplattform vom 26.11.2018

MÜNSTER/ Erphokirche: TOTENSONNTAGS-CHORKONZERT mit Werken von Fauré und Bacalov

26.11.2018 | Konzert/Liederabende


Foto: Brockmann

Münster Erphokirche –  25. November 2018

Totensonntags – Chorkonzert mit Werken von Fauré und Bacalov

 Lange bevor die Stadt Münster  im Jahre 1919 ein eigenes Orchester  gründete, wurde das Musikleben  organisiert durch privates Engagement der Bürgerschaft über einen sogenannten Musikverein. Noch aus dieser Zeit stammt die Tradition, daß Ende November ein grosses Chorwerk aufgeführt wurde, nach dem Namenstag der Heiligen am 22. November Cäcilienfest genannt. Da  dieser Tag häufig in die Nähe des Totensonntags fiel, wurden insbesondere in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts aus diesem Anlaß geistliche Werke, auch viele Requiem-Vertonungen, aufgeführt, darunter etwa bereits im November 1964 eine Aufführung von Britten`s War Reqiem.

Diese Tradition wurde jetzt fortgesetzt, indem kurze Chorwerke von Gabriel Fauré kombiniert wurden  mit der 1999 in Rom uraufgeführten Misa Tango (Tango-Messe) des argentinisch-italienischen Komponisten Luis Bacalov, dies in der Erphokirche.

Seit dem 30. September 1944 gibt es  nämlich in Münster keinen Konzertsaal mehr – die Symphoniekonzerte finden  im Theater statt. Dafür gibt es eine für heutige Verhältnisse zu grosse Anzahl Kirchen mit teils guter Akustik. Zu ihnen zählt die etwas abseits des Stadtzentrums gelegene Erphokirche. Sie wurde Ende der 20-er-Jahre des vorigen Jahrhunderts im historisierenden Stil der Zeit aus Werkstein als grosser Saalbau mit markantem Mittelturm und vier Flankentürmen errichtet und nach Erpho, einem Bischof von Münster im 11. Jahrhundert benannt. Seit dort  kaum noch  Gottesdienste stattfinden, wird die Kirche als Kulturkirche genutzt und eignete sich deshalb für das Konzert am Totensonntag.

Kurze Werke für gemischten Chor und Orchester von Gabriel Fauré wurden aufgeführt vom Konzertchor Münster – das ist der vor einigen Jahren von einem findigen GMD unbenannte Chor des  Musikvereins – begleitet vom Sinfonieorchester Münster unter Leitung von Inna Batyuk, der Chordirektorin des Theaters. Zu Beginn erklang Fauré’s  op. 11, die  Vertonung des lateinischen Dienstag-Morgen-Gebets  Consors paterni luninis, das das göttliche Licht verherrlicht,  hier in der französischen Übersetzung von Jean Racine, Da konnten die Herren des Chors zu Beginn ihre pKultur beweisen und der gesamte Chor beimDivin Sauveur  kraftvolles ff anstimmen. Es folgte als literarisches kunstvollstes Werk des Abends Fauré’s op. 12, die  Vertonung von Victor Hugo’s Gedicht Les Djinns. Beschrieben wird das Erscheinen  dieser arabischen Luftgeister in entsprechend angepasster Verslänge, zunächst zweisilbig, dann sich  mit Herannahen der Geister jeweils um eine Silbe zusätzlich bis zu Versen von zehn Silben bei deren Zug durchs Haus, um dann beim Abziehen der Geister entsprechend die Verslänge zu verkürzen. Fauré hat das mit einem entsprechenden crescendo und decrescendo für Chor und Orchester  komponiert. Dies gelang vor allem dem Chor angefangen von den kurzen  Noten des  pp-Beginns über die grosse dynamische und melodische Steigerung bis hin zum wieder ganz kurzen Silbengesang sehr exakt und dabei mitreissend. Geschlosssen wurde der erste Teil mit der populären und  in vielfältiger Weise bearbeiteten Pavane op. 50 von Fauré , hier mit für den Chor bestimmten Text eines Robert de Montesquiou. Es geht darum, daß Liebe sich leicht in ihr Gegenteil verkehrt (On s’adore! On se hait! – Man liebt man haßt) Neben dem zwischen dem leisen Beginn, einer dynamischen Steigerung und dann wieder leisen Schluß des Chors beeindruckte hier besonders die etwas melancholische Darstellung der bekannten Melodie durch die  Flöte gefolgt von Oboe und Klarinette zum piccicato der Streicher.


Copyright: Arndt Zinkant

Auf diesen Beginn folgend hätte man vielleicht  eine Aufführung von Fauré’s Requiem erwartet. Aber in seiner gewohnt unkonventionellen Programmgestaltung wählte GMD Golo Berg, der jetzt die musikalische Leitung übernahm, die Misa Tango für Mezzosopran, Bariton, Bandoneon, Chor und Orchester von Luis Bacalov. Dieser ist eigentlich mehr als Komponist von Filmmusik bekannt, etwa von Django oder Fellini’s Stadt der Frauen bis hin zur Oscar-prämierten Musik zu Der Postmann. In seiner Tango-Messe  vertont Bacalov gekürzt und auf  spanisch nur einzelne Sätze der Teile des katholischen Meßritus  und nur solche, die alle Religionen bekennen können, die sich auf Stammvater Abraham berufen, also Judentum, Christentum und Islam. Christus wird nicht namentlich erwähnt, wenngleich er natürlich  mit Lamm Gottes (Cordero de dios) gemeint ist. Er komponierte weitgehend tonal, rhythmisch  etwas erinnernd an Strawinsky, in der Orchestrierung auch an Bernstein und baute im Gloria  sogar in bester Kirchenmusik – Tradition ein kurzes fugiertes Zwischenspiel ein.

Zum jetzt grösseren Orchester trat für die Aufführung neben dem Konzertchor Münster wieder einstudiert von Inna Batyuk nun  hinzu der Philharmonische Chor Münster einstudiert von seinem langjährigen Leiter Martin Henning. In den Solopartien glänzten mit leuchtendem Mezzosopran auch  Chor und Orchester überstrahlend Judith Gennrich  und mit klangvollem  bis zu tiefen Tönen im Agnus dei  ausdrucksvollem Bariton Filippo Bettoschi. Der Tradition des Tango entsprechend war der wichtigste Solist Stephan Langenberg am Bandoneon. Gleich nach der zu Beginn gesungenen Anrufung des Señor (Herrn) im Kyrie durch den Chor  folgte ein einfühlsam gespieltes einem Rezitativ ähnelndes melancholisches Solo des Bandoneons. Ganz ergreifend klang es in Zwischenspielen mit dem Solo-Cello im Sanctus oder mit den Solo-Violinen  im Agnus Dei . Auch das Klavier war  mit ihm zusammen als Soloinstrument zu hören.

Schwungvoller Tango-Rhythmus im raschen Tempo gelangen Chor und Orchester dank der präzisen Leitung durch GMD Golo Berg  vor allem im Gloria und im Credo. Dynamisch abwechslungsreich in Lautstärke  von ganz leise bis hin zu gewaltigem ff klangen im Chor die häufig wiederholten Santo (heilig) – Rufe. Es war bewundernswert, wie sicher (Liebhaber-) Chor und Orchester, einmal auch der Chor allein,  den für sie nicht alltäglichen Rhythmus perfekt im Zusammenspiel bewältigten. Als das Werk mit der Bitte um Frieden (da nos la paz) ganz unerwartet mit einem ganz traditionellen Akkord schloß, brauchte das Publikum in der völlig ausverkauften Kirche einen Moment der Besinnung, bis grosser Beifall  und Bravos einsetzten, so stark und andauernd, daß Golo Berg zum Dank das  Gloria mit Chor und allen Solisten  in raschem und schwungvollem Tempo wiederholen liess. So endete der Abend mit dem Ausruf Rey celestial (Himmelskönig) quasi himmelhoch-jauchzend!.

Sigi Brockmann 26. November 2018

Westfälische Nachrichten vom 27.11.2018

Packende Aufführung der „Misa Tango“

Latin-Rhythmen in der Kirche

Der im letzten Jahr 84-jährig verstorbene Komponist Luis Bacalov war Argentinier – und als solcher hing sein Herz am Tango. Seine „Misa Tango“ wurde 1999 uraufgeführt und hat einen Siegeszug angetreten, der sie am Sonntag auch in Münsters Erphokirche führte. Die Klangwucht von zwei Chören (Konzertchor und Philharmonischer Chor Münster) sowie des Sinfonieorchesters Münster unter Golo Bergs spannungsreicher Stabführung riss das Publikum zu rauschendem Beifall hin. 

Von unseremMitarbeiterArndt Zinkant

Montag, 26.11.2018, 16:10 Uhr
Bandoneon-Spieler Stephan Langenberg (v. l.) mit Inna Batyuk, Golo Berg und Martin Henning, der neben Batyuk die Choreinstudierung innehatte.
 
Bandoneon-Spieler Stephan Langenberg (v. l.) mit Inna Batyuk, Golo Berg und Martin Henning, der neben Batyuk die Choreinstudierung innehatte. Foto: Arndt Zinkant
 
Zuvor hatte Chorleiterin Inna Batyuk fein abgetönte Chorklänge (des Konzertchors) mit Musik von Gabriel Fauré dirigiert. Bei den drei Stücken durfte natürlich Faurés berühmte „Pavane“ nicht fehlen. Diese Melange aus französischem Klangparfüm und vitalen Latin-Rhythmen machte den Abend zu einem Highlight, sogar für Puristen, deren Ohren sich bisWeihnachten noch durch so manche sakrale Fuge zu arbeiten haben.

In der „Misa Tango“ geht es erwartungsgemäß tänzerisch zu – wenn auch nicht so, dass hier der verruchte Wiegeschritt der Kneipen Buenos Aires’ ins Kirchliche überführt würde. Aber das Bandoneon (Stephan Langenberg) meldet sich gleich im elegischen, spanisch gesungenen Kyrie zu Wort und evoziert jene typische Tango-Melancholie, die durch Astor Piazzollas Musik die Welt erobert hat. Langenberg mischt sich so sensibel zwischen Münsters Streichergruppe, als wäre er dort zu Hause.

Zu Hause übrigens war Luis Bacalov in der Fremde, in Rom – wo er als Soundtrack-Schreiber für Italo-Western reüssierte (was das Programmheft verschweigt). Außerdem war Bacalov jüdischen Glaubens, weshalb er seine Messe bewusst „offen“ anlegte, auf dass sich auch Juden oder gar Muslime angesprochen fühlen könnten. Der Davidstern in der Erphokirche passt dazu.

Aber Bacalov wusste genau, in welcher Tradition er sich bewegt und versetzt der tradierten Form einen Adrenalinstoß nach dem andern. Allein das tänzerisch bewegte Gloria führt die Sakralmusik in jene einfache, ekstatische Stimmung, aus der sie womöglich einst kam. Und Golo Berg führt jedes Fortissimo-Finale auf den euphorischen Schlusspunkt. Judith Gennrich (Mezzoso­pran) und Filippo Bettoschi (Bariton) singen emphatische Soli. Und am Ende, wenn das Agnus Dei mit dem Wort „Paz“ (Frieden) endet, gelingt den Chören eine ebenso wunderbare Stimmung.

Westfälische Nachrichten vom 03.07.2018

Konzertchor Münster hat mit Inna Batyuk eine neue Chordirektorin
Leistungslevel weiter erhöhen

Inna Batyuk (Chordirektorin am Theater Münster) sagte nicht Nein, als Golo Berg (Generalmusikdirektor des Theaters Münster) als künstlerischer Leiter des Konzertchores ihr Anfang des Jahres die vakante Stelle der Chorleitung anbot.

Der Konzertchor Münster mit seiner ersten Vorsitzenden Regina Bisping-Spengler (vorne l.) und der neuen Chorleiterin Inna Batyuk (vorne r.)
 
Der Konzertchor Münster mit seiner ersten Vorsitzenden Regina Bisping-Spengler (vorne l.) und der neuen Chorleiterin Inna Batyuk (vorne r.) Foto: Oliver Berg
Inna Batyuk (Chordirektorin am Theater Münster) sagte nicht Nein, als Golo Berg(Generalmusikdirektor des Theaters Münster) als künstlerischer Leiter des Konzertchores ihr Anfang des Jahres die vakante Stelle der Chorleitung anbot. Für den Musikverein der Stadt Münster war die Freude groß, zugleich mussten sich zu Anfang alle Mitwirkenden des Chores ihren Platz im Chor durch ein Vorsingen unter den kritischen „Ohren“ des Generalmusikdirektors Golo Berg und der Chordirektorin Inna Batyuk erwerben. Die beiden waren sich mit dem Vorstand einig, dass sich der stimmlich musikalische Leistungslevel noch einmal deutlich erhöhen soll.

Batyuks Vision für die Chorarbeit lautet: Qualität steigern mit dem Ziel, Klangschönheit, Klangreinheit und Klanghomogenität zu perfektionieren. Dabei steht neben dem Chorklang die interpretatorische Arbeit ganz oben auf der Prioritätenliste. Unterstützt wird Bat­yuk durch Solorepetitoren des Theaters Münster: Gregory Moulin und Fabian Liesenfeld übernehmen zudem Registerproben. Die regelmäßig stattfindende stimmliche Weiterbildung der Sänger und Sängerinnen am Theater erfolgt durch die Mezzosopranistin Judith Gennrich.

Durch die Arbeit mit dem Sinfonieorchester Münster verfügt der Konzertchor des Musikvereins über ein einzigartiges Repertoire großer sinfonischer Chorwerke mit Orchester. Dazu gehören auch immer wieder unbekanntere Werke des 18. und 19. Jahrhunderts, aber vor allem auch zeitgenössische Stücke oder Musik anderer Stilrichtungen.

So erklingt in der nächsten Spielzeit ein reizvoll kon­trastreiches Konzertprogramm. Neben Werken Faurés wird die Misa Tango von Luis Bacalov (1933-2017) beim Chorkonzert in der Erphokirche am 25. November zu Gehör gebracht. Aber auch das Te Deum des münsterischen Komponisten Franz Wüllner im Verein mit Gustav Mahlers 5. Sinfonie stehen auf dem Programm des 10. Sinfoniekonzertes im Jahr 2019 – in Ausschnitten bereits zu hören beim Director’s Preview des Sinfonieorchesters am 21. September im Theater Münster.

Seit der Übernahme der musikalischen Leitung des Chores durch Inna Batyuk ist die Mitgliederzahl trotz einiger Verluste stetig gewachsen. Bereits zwölf neue Sängerinnen und Sänger durfte der Konzertchor Münster in seinen Reihen willkommen heißen. Gefragt sind aber weiterhin chorerfahrene, ambitionierte und theateraffine Tenöre und Bässe.

Wer an zwei Schnupperproben teilnehmen möchte, wende sich an die erste Vorsitzende Regina Bisping-Spengler: konzertchor-muenster@web.de
 
Musikverein

Auf Anregung des münsterischen Kaufmanns Jodokus Schücking und unterstützt vom Freundeskreis um den Universitätsprofessor Anton Matthias Sprickmann und Mitgliedern des westfälischen Adels wurde 1816/17 die „Musikalische Gesellschaft in Münster“, der Musikverein, gegründet. Bereits früh plante der Vorstand des Musikvereins die Gründung eines städtischen Orchesters, um einen verlässlichen Partner bei den regelmäßig stattfindenden Konzerten zu haben. Dazu kam es jedoch erst nach dem Ersten Weltkrieg. 1919 ging aus dem Musikverein das erste Sinfonieorchester der Stadt Münster unter der Leitung des städtischen Musikdirektors Fritz Vollbach hervor. Seit dieser Zeit ist der Chor das musikalische Standbein des Musikvereins. Er steht in enger Verbindung zum Sinfonieorchester.

Westfälische Nachrichten vom 26.03.2018

Frank Martin: In terra pax, Festival „Musica Sacra Münster“

Eindrucksvoller Appell an die Menschheit zur Eröffnung des Festivals „Musica Sacra Münster“

Am Tag, da der Zweite Weltkrieg mit einem Waffenstillstand endete, wurde das Oratorium „In terra pax“ im Radio übertragen. Auch nach über 70 Jahren hat das Stück, das zur Eröffnung des Festivals „Musica Sacra“ im Paulusdom zu Münster aufgeführt wurde, traurige Aktualität.

Am Tag, da der Zweite Weltkrieg mit einem Waffenstillstand endete, wurde das Oratorium „In terra pax“ des Schweizer Komponisten Frank Martin in einer Rundfunkübertragung von Radio Genf in die Welt hinaus gesendet. Als Zeichen der Freude, der Hoffnung, aber auch der Zukunftsangst und Erinnerung an die Schrecken des Krieges. Und heute? Waffen töten immer noch, es wird endlos gestorben, noch endloser wird gelitten. Deshalb hat Martins „In terra pax“ auch nach über 70 Jahren traurige Aktualität. Und so kann man die Aufführung des ergreifenden Werkes wie jetzt zur Eröffnung des Festivals „Musica Sacra“ im Paulusdom zu Münster nur als dringenden Appell an die Menschheit verstehen, menschlich zu werden.

Ganz bewusst spricht Frank Martin in seinem Oratorium eine einfache musikalische Sprache – „eine Musik, die das Ohr jedes Hörers erreicht“, wie er schrieb. Kann man sich der Wirkung jener Marcia funèbre entziehen, wenn Konzertchor und Philharmonischer Chor „Ewiger Gott, Herr meines Heils“ intonieren? Oder der des vom Solo-Alt formulierten Gottesknecht-Liedes, das sich über einer riesigen Orchester-Passacaglia erhebt und in ein schlicht psalmodiertes „Vater unser“ mündet?

Münsters Generalmusikdirektor Golo Berg, das Sinfonieorchester Münster, die Chöre und die fünf Vokalsolisten Kristi Anna Isene, Anna Wagner, Garrie Davislim, Gregor Dalal und Stephan Klemm entwarfen ein beeindruckendes Szenario, das vom apokalyptischen „Tag des Zornes“ hinführte zum finalen „Heilig ist unser Herr!“ – ein Finale mit großem Fragezeichen. Denn Frank Martin lässt seine Musik lange, sehr lange suchend durch sämtliche Tonarten schlängeln. Heilsgewissheit klingt anders! Und die Utopie von einem wahren, tragfähigen Frieden auch. Insofern ist und bleibt „In terra pax“ auch ein Werk für das 21. Jahrhundert.

Demgegenüber wirkt das „symphonische Gedicht“, über das der Komponist und Münsters erster Generalmusikdirektor Fritz Volbach den Titel „Ostern“ setzte, ganz wie ein Kind seiner Zeit: der des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Mit durch und durch spätromantischen Mitteln führt Volbach durch die Nacht zum österlichen Licht, liefert dem üppig besetzten Sinfonieorchester dabei jede Menge Gelegenheit, seine breite Farbpalette zu präsentieren – einschließlich der großen Orgel, gespielt von dem im Programmheft nicht genannten Alexander Toepper. Keine Frage: Volbach kennt Dvořák und Tschaikowski, vor allem aber Richard Wagner. Anleihen an den „Karfreitagszauber“ und den Marsch der Gralsritter aus dem „Parsifal“ sind unüberhörbar und prägen das gut 20-minütige Auferstehungs-Gedicht.

Schön, es mal gehört zu haben. Doch nach „In terra pax“ war es auch schnell wieder vergessen.

(Christoph Schulte im Walde)